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Intelligente Implantate – Herzspezialist zu Hause

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An mehreren Universitätsklinika, unter anderem in Schleswig-Holstein, Hamburg, Bonn und Aachen, laufen derzeit Modellprojekte für Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz. Die Betroffenen erhalten intelligente Implantate, mit denen sie ein ganz normales Leben führen können. Anders als ein herkömmlicher Herzschrittmacher oder Defibrillator, sind die Implantate mit zusätzlichen Sensoren und einem Sender ausgestattet. Sie kontrollieren stetig Vitalfunktionen wie etwa Herzfrequenz und Herzrhythmus oder auch den Wassergehalt der Lunge. Über eine tägliche Fernabfrage werden die Patienten von der Kardiologie-Abteilung ihres Universitätsklinikums überwacht. Bei auffälligen Werten löst das System Alarm aus. Der Hausarzt wird informiert und kann geeignete Gegenmaßnahmen einleiten, beispielsweise die Medikation anpassen. Dadurch erleiden die Patienten deutlich seltener eine kardiale Dekompensation (bedrohliche Verschlechterung des Zustands) und müssen auch seltener erneut ins Krankenhaus eingewiesen werden.

Großangelegte klinische Studien belegen mittlerweile, dass Patienten mit Vorhofflimmern dank dieser Technik im Schnitt deutlich länger weiterleben. Unter Vorhofflimmern leiden häufig vor allem Patienten mit fortgeschrittener struktureller Herzerkrankung und klinischer Herzinsuffizienz. Die Rhythmusstörung ist normalerweise ein Zeichen für eine schlechtere Überlebensprognose der Betroffenen.

Am Herzinsuffizienz-Zentrum Würzburg werden Patienten, nachdem sie umfassend untersucht, auf geeignete Medikamente eingestellt, gegebenenfalls mit einem Herzschrittmacher oder Defibrillator versorgt und im Hinblick auf ihren Lebensstil beraten wurden, durch eine spezialisierte Kardiologie-Pflegekraft nachbetreut. Die regelmäßigen Telefonate zeigen auch hier einen positiven Effekt: Die Betroffenen müssen deutlich seltener wieder ins Krankenhaus kommen.