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Noch vor wenigen Jahrzehnten wurden Mediziner belächelt, die einen Zusammenhang zwischen bestimmten Virusinfektionen und Krebserkrankungen vermuteten. Intensive Forschungen, unter anderem an den Medizinischen Fakultäten und Universitätsklinika in Würzburg, Erlangen, Freiburg und Heidelberg, erbrachten schließlich den Beweis: Gebärmutterhalskrebs wird durch Humane Papillomaviren verursacht. Seit wenigen Jahren steht eine vorbeugende Impfung gegen HPV zur Verfügung – oft als „erste Schutzimpfung gegen Krebs“ bezeichnet. Dabei stimmt das streng genommen nicht – eine Schutzimpfung gegen Hepatitis B gibt es schon einige Jahre länger. Neben Hepatitis C gilt diese Infektion als häufiger Auslöser von Leberkrebs. Doch Viren und Bakterien können offensichtlich nicht nur Krebs verursachen, sondern auch bei der Heilung helfen.

Schutzimpfung gegen Krebs auslösende Infektionen

Obwohl schon erfolgreich praktiziert, ist die Vorbeugung von Krebs durch Impfungen ein vergleichsweise neues, aber auch vielversprechendes Konzept. 16 Prozent aller Krebsfälle werden – so die WHO – von Infektionen ausgelöst, wenngleich der Anteil in Entwicklungsländern höher ist als in den Industrienationen. Die wichtigsten Erreger sind das Hepatitis-B-Virus, das für Leberkrebs verantwortlich zeichnen kann; das Bakterium Helicobacter pylori, das nicht nur zu Magenschleimhautentzündungen führen kann, sondern auch das Magenkrebsrisiko maßgeblich erhöht sowie die humanen Papillomaviren (HPV), die Gebärmutterhalskrebs auslösen können.

Rund 6.500 Frauen erkranken jährlich an Gebärmutterhalskrebs, 1.700 sterben daran. Noch in den fünfziger Jahren waren Tumorviren unbekannt. Entdeckt wurden sie vom Krebsforscher Harald zur Hausen, der an der Universität Freiburg beweisen konnte, dass humane Papillomaviren (HPV) für Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind. 2008 wurde er dafür mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet.

Die ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland empfiehlt insbesondere für alle Säuglinge eine Impfung gegen Hepatitis B sowie für Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren eine Impfung gegen HP-Viren.