Operation

Immer auf der Suche
nach neuen Wegen

Translation an den Deutschen Universitätsklinika

Es geht darum, sich immer wieder Fragen zu stellen

Medizinischer Fortschritt entsteht in einem Kreislauf der Ideen und Kenntnisse vom Forschungslabor ans Krankenbett und zurück. Die Voraussetzungen für diese sogenannte Translation sind dort besonders günstig, wo medizinische Wissenschaft und Praxis Hand in Hand gehen: an den deutschen Universitätsklinika. Durch ihre Zusammenarbeit mit Medizinischen Fakultäten haben Universitätsklinika eine dreifache Kompetenz in Forschung, Lehre und Krankenversorgung. Die Universitätsklinika sind die Kliniken, die neben der Krankenversorgung einen öffentlichen Auftrag zur Forschung haben. Zu den greifbaren Ergebnissen dieser Zusammenarbeit gehören Jahr für Jahr mehrere hundert abgeschlossene klinische Studien. Diese tragen dazu bei, die Versorgung zu verbessern.

Translation ist Teamarbeit

Der medizinische Fortschritt erhält oftmals dadurch den entscheidenden Impuls, dass Experten verschiedener Disziplinen und Forschungseinrichtungen eine Frage aus ganz unterschiedlichen Perspektiven untersuchen. Mikrobiologie und Genetik zum Beispiel liefern Erkenntnisse für die klinische Forschung, dabei profitieren sie ihrerseits von Fragen und Erfahrungen aus dem Krankenhausalltag. Ein weiteres Beispiel ist die Diabetesforschung, die einen neuen Denkanstoß aus der Chirurgie erhielt: Diabetes Typ II, der sogenannte Altersdiabetes, zählt zu den typischen Begleiterkrankungen von Adipositas. Eine operative Magenverkleinerung gehört zu den anerkannten Behandlungsverfahren für adipöse, also fettleibige Patienten. Bei der Nachsorge stellten Ärzte fest, dass sich auch die Blutzuckerwerte der Patienten deutlich normalisiert hatten.

Orte der Forschung an Universitätsklinika und Medizinischen Fakultäten

Volkskrankheiten multidisziplinär bekämpfen

Die wichtige Rolle der Universitätsklinika wird auch in der Arbeit der Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZGF) deutlich: Mit dem engen Zusammenspiel zwischen Forschung der Medizinischen Fakultäten und Krankenversorgung der Universitätsklinika prägt die Hochschulmedizin diese Netzwerke. Fächer- und standortübergreifende Teams aus Medizinern und Spitzenforschern verschiedener Institutionen widmen sich gemeinsam jeweils einem Schwerpunktthema. Im Fokus stehen die sogenannten Volkskrankheiten: Krebs, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Lungenleiden, neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Infektionen. Seit Jahrzehnten sind diese Krankheiten Gegenstand umfangreicher Forschungen. Dennoch tun sich immer neue Fragen auf. Wenn Uniklinika ihre Kompetenzen bündeln, um die zahlreichen Facetten der Erkrankungen zu ergründen, sind Fortschritte in Diagnostik und Therapie, Früherkennung und Heilung sowie in der Prävention der Volkskrankheiten zu erwarten. Erkenntnisse aus der Genomforschung und der Entwicklungsbiologie der Zellen können dann in die Entwicklung neuartiger Medikamente, Diagnose- und Therapieansätze münden. So lässt sich heute beispielsweise anhand genetischer Untersuchungen im Vorfeld bestimmen, ob ein Krebspatient von einer bestimmten Therapie profitieren wird oder nicht.

Dass eine regelmäßige sportliche Betätigung Herz- und Kreislauferkrankungen vorbeugt, ist seit Langem bekannt. Mehr zu Herz-Kreislauferkrankungen. Heute wissen die Mediziner, dass Muskelaktivität auch den Zucker- und Fettstoffwechsel beeinflusst und Sport somit nicht nur indirekt vor Diabetes Typ II schützen kann, sondern direkt auf den Blutzucker wirkt. Einige ganz neue Erkenntnisse hat zudem die Chronobiologie beigesteuert: Sogenannte „Uhrengene“ regulieren Stoffwechselprozesse je nach Tages- und Jahreszeit unterschiedlich. Mediziner sehen hierin eine Ursache dafür, dass beispielsweise Schichtarbeiter ein erhöhtes Risiko haben, Adipositas, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln. Solche Erkenntnisse bilden letztlich auch die Grundlage für neue, wirksame Maßnahmen zur Prävention.

Translation

Translation beschreibt den Prozess, in dem die Ergebnisse medizinischer und naturwissenschaftlicher Forschungen in die Versorgung von Patienten übertragen werden. Durch Translation werden Substanzen und Verfahren, die sich im Labor als erfolgreich erwiesen haben, für die Diagnose und Therapie von Krankheiten nutzbar.

 

Wie funktioniert Translation?

Grafik: Wie funktioniert Translation?

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