Neue Therapien durch Qualifizierte Studien

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Forschung für die ambulante Versorgung

Neue Therapien durch Qualifizierte Studien

Die traditionelle Aufteilung des deutschen Gesundheitswesens in stationäre, ambulante und rehabilitative Medizin hat sich nach Ansicht vieler Experten überholt. An den Hochschulambulanzen laufen viele Behandlungspfade zusammen, die dem Patienten individuelle Therapien ermöglichen und Ergebnisse direkt in die Forschung einfließen lassen.

Hochschulambulanzen sind Anlaufstellen für Patienten, die bislang keine adäquate Abklärung ihrer Symptome oder lindernde Therapie erfahren haben, sie sind Koordinationszentren für die medizinische Betreuung, beratende Partner der niedergelassenen Kollegen und sie liefern Informationen für die krankheitsbezogene Forschung. Nicht zuletzt sind sie ein optimaler Organisationsort für qualifizierte klinische Studien. In der Zentralen Studienkoordination für innovative Dermatologie (ZID) an der Universitätshautklinik in Münster werden Patienten mit spezifischen Hauterkrankungen im Rahmen klinischer Studien behandelt. „Wir haben unsere Studien hier zentral organisiert“, erklärt Studienkoordinator Dr. Athanasios Tsianakas. „In der Studienambulanz wird ein Großteil der bei uns angesiedelten Forschungsprojekte koordiniert und durchgeführt.“

Insgesamt sieben Studienschwestern, sogenannte Studynurses, und drei Ärzte stehen von Montag bis Freitag bereit, administrieren die wissenschaftliche Arbeit und organisieren den Patientenzulauf, der aus den Ambulanzen der Kliniken kommt. Vor der Zentralisierung lag die Verantwortung bei den jeweiligen Oberärzten. Das hatte Auswirkungen auf die zeitliche Umsetzung und die Qualität der Forschungsvorhaben. Im ZID sind die Forscher und Mediziner direkt vernetzt, indem sie sich zum Beispiel Zwischenstände, Nachrichten und Ergebnisse über online abrufbare Studienbüronachrichten übermitteln. Aktuell werden zahlreiche neue Medikamente für Patienten mit Schuppenflechte (Psoriasis) in klinischen Studien getestet. Patienten mit dieser Erkrankung werden in den Ambulanzen angesprochen und nach Einverständnis direkt in die Studienambulanz überführt, wo sie an einem der aktuellen Forschungsprojekte teilnehmen. Unter anderem forschen die Münsteraner Wissenschaftler an Antikörpertherapien. Den teilnehmenden Patienten mit mittel- bis schwerer Schuppenflechte werden dabei die Antikörper Ixekizumab, Secukinumab und Brodalumab gespritzt, um eine Verbesserung der Symptome nachzuweisen. Bereits jetzt gibt es Anhaltspunkte dafür, dass die Antikörpertherapien in Abhängigkeit der Dosis die Krankheitssymptome lindern. „Die wissenschaftlichen Arbeiten in der Ambulanz folgen einem ‚Win-win-Prinzip‘“, so Dr. Tsianakas. „Wir benötigen die Studien, um an der aktuellen Forschung mitzuarbeiten und am Puls der Zeit zu bleiben, die Patienten wiederum erhalten die neuesten Therapien und ganz individuelle Behandlungskonzepte.“ Von dem aus der Forschung gewonnenen Wissen profitieren auch die behandelnden Ärzte, sie können zum Beispiel eher einschätzen, welche Präparate und Arzneimittel wirksam sind. „Ein Großteil unserer Studien ist industriegesponsert“, so Dr. Tsianakas. „Aber natürlich haben wir auch eigenlancierte Forschungsprojekte, sogenannte Investigator Initiated Trials, im Rahmen derer wir selbst die Idee entwickeln und testen.“

 

 

Forschungsschwerpunkte

Forschungsschwerpunkte
  • Behandlungsstrategien gegen Schuppenflechte und Neurodermitis
  • Antikörpertherapien, bei denen Eiweiße gespritzt werden, die spezifische Immunzellen blockieren
  • Möglichkeiten zur Bekämpfung von schwarzem und weißem Hautkrebs

In Münster befindet sich das Kompetenzzentrum Chronischer Pruritus (Juckreiz), wo Medikamente gegen Juckreiz entwickelt werden, der bereits länger als sechs Wochen anhält.

Neurodermitistherapie

Die Münsteraner Wissenschaftler trugen zu einem der größten Forschungserfolge in der Neurodermitistherapie bei. So wurde der Antikörper Dupilumab gegen Hautekzeme von Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis erfolgreich getestet.

 

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