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Home Monitoring-Systems für Herzpatienten

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Gastbeitrag der Firma BIOTRONIK - Universitätsklinikum Erlangen und BIOTRONIK kooperieren bei Entwicklung eines Home Monitoring-Systems für Herzpatienten

Der Entwicklungs- und Zulassungsprozess von Medizinprodukten ist komplex und wird höchsten Sicherheitsstandards gerecht. Voraussetzung für eine erfolgreiche Entwicklung von innovativer Medizintechnik und deren Markteinführung ist eine enge Zusammenarbeit von herstellenden Unternehmen und den klinischen Anwendern. Eine besondere Bedeutung kommt dabei den Universitätsklinika zu, die sich an klinischen Studien beteiligen und so dazu beitragen, dass klinische Ergebnisse über den Nutzen und die Wirksamkeit von Produkten generiert werden können.

So profitieren einerseits die Universitätsklinika von dem Einsatz neuester Produkte und andererseits die Hersteller von der Unterstützung auf klinischer Seite.

Ein Beispiel bietet die Zusammenarbeit der Medizinischen Klinik 2 des Universitätsklinikums Erlangen mit BIOTRONIK. Der Berliner Medizintechnikhersteller hat bereits im Jahr 2000 das weltweit erste System zur automatischen implantatbasierten Fernnachsorge für Herzpatienten, das BIOTRONIK Home Monitoring®, entwickelt und in den Markt gebracht und gilt damit als Pionier in der Telekardiologie.

Mit dem Home Monitoring können Patienten mit implantierbaren Herzschrittmachern, Defibrillatoren (ICD) oder Systemen zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT) zu jedem beliebigen Zeitpunkt weltweit fernbetreut werden. Home Monitoring erlaubt die tagesaktuelle Übermittlung von systembezogenen und diagnostischen Daten – vollautomatisch und ohne Zutun des Patienten. Die Daten werden zeit- und ereignisgesteuert über eine im Implantat integrierte Antenne an ein handliches Patientengerät - den CardioMessenger® - gesendet. Über diesen werden die Daten an ein zentrales Service Center weitergeleitet, wo sie vollautomatisch analysiert werden und dem behandelnden Kardiologen in übersichtlicher Form auf einer geschützten Internetseite zur Verfügung stehen. Die kontinuierliche Datenerfassung mit Home Monitoring ermöglicht es, jederzeit eine Fernnachsorge des implantierten Systems durchzuführen und bei Bedarf zu intervenieren. Darüber hinaus dient Home Monitoring auch der Früherkennung klinisch relevanter Ereignisse – etwa einer Dekompensation des Herzens oder von Vorhofflimmern, das der Patient zum Teil selbst nicht wahrnimmt. Von dieser Funktion profitieren sowohl Ärzte als auch Patienten, denn dank Home Monitoring hat der Arzt den Gesundheitszustand seiner Herzpatienten immer im Blick und kann sie gleichzeitig bedarfsgerecht versorgen. Dadurch verbessern sich sowohl das persönliche Wohlbefinden als auch die Lebensqualität der Patienten.

An der Medizinischen Klinik 2 des Universitätsklinikum Erlangen wird Home Monitoring bereits seit über 10 Jahren eingesetzt, aktuell werden hier mehr als 125 Patienten über Home Monitoring geführt. Viele dieser Patienten werden zugleich im Rahmen größerer Studien betreut, die die Wirksamkeit und den klinischen Nutzen der Home Monitoring-geführten Therapie unter bestimmten Fragestellungen und bei definierten Krankheitsbildern und Patientenpopulationen untersuchen. So fokussiert die MATRIX-Studie (Management and Detection of Atrial TachyarRhythmias in Patients Implanted with BIOTRONIK DX Systems) die Mechanismen des Vorhofflimmerns und geht über einen längeren Beobachtungszeitraum der Frage nach, inwieweit Home Monitoring in Kombination mit einem innovativen Einkammer-ICD (sog. „DX-System“) zur besseren Diagnostik von atrialen Arrhythmien beitragen kann. Die Medizinische Klinik 2 des Universitätsklinikum Erlangen liefert so als Studienzentrum auch Antworten auf Fragen der aktuellen Forschung zum Vorhofflimmern und hilft damit, den wissenschaftlichen Fortschritt auf diesem bedeutenden Therapiegebiet voranzutreiben. Die vom Universitätsklinikum und BIOTRONIK gemeinsam durchgeführten Studien zum Home Monitoring bauen auf bereits gewonnene Erkenntnisse aus zahlreichen weiteren Home Monitoring-Studien auf. So zeigt die vor kurzem im Lancet publizierte IN-TIME-Studie, dass die Sterberate von Patienten mit Herzschwäche dank BIOTRONIK Home Monitoring um über 50 Prozent gesenkt werden konnte. Auch die Hospitalisierungsrate und die Behandlungskosten sinken beim Einsatz von Home Monitoring nachhaltig.