IT im Gesundheitswesen

Intelligente Vernetzung
hilft heilen

Medizin 2.0

Wie moderne Informations- und Kommunikationstechnologien das Gesundheitswesen revolutionieren

Computer sind in der Medizin längst allgegenwärtig, bei der flächendeckenden Vernetzung sind jedoch andere Länder weiter fortgeschritten – in Deutschland steht die Sorge um den Schutz sensibler Patientendaten in der Relevanz weit oben. Aktuelle Entwicklungen in der Healthcare-IT zeigen jedoch, dass intelligente Netzwerklösungen und Kommunikationssysteme auch bei hohem Datenschutzniveau realisierbar sind. Ein Großteil der Projekte, die an Universitätsklinika für die einrichtungs- und sektorenübergreifende Betreuung der Patienten in den vergangenen Jahren entwickelt wurden, haben sich über die Pilot- und Förderphase hinaus zu selbsttragenden, auch gesundheitsökonomisch sinnvollen Strukturen etabliert. So können beispielsweise behandelnde Ärzte und Experten durch sichere Breitband-Netze komplette Sätze strukturierter Informationen über Tausende Kilometer hinweg übermitteln. Darin eingeschlossen ist die gesamte Vielfalt moderner bildgebender Verfahren – wie Röntgen, MRT, Szintigraphie oder Ultraschall, die ohnehin an den meisten Diagnosegeräten längst nur noch digital vorliegen. Hochauflösende Einzelaufnahmen, Bildsequenzen oder Videos ermöglichen eine detaillierte Begutachtung aus der Ferne.

Eine neue Stufe erreicht die Telemedizin mit der zunehmenden Verfügbarkeit und technischen Reife der Mobiltechnik: Sie bringt Expertenwissen und hochqualifizierte medizinische Betreuung sogar ins unmittelbare Lebensumfeld der Patienten. So können tragbare Kleingeräte oder Implantate kontinuierlich wichtige Vitalfunktionen von Patienten kontrollieren und sie an die behandelnde Einrichtung oder speziell damit betraute medizinische Dienstleistungsunternehmen übermitteln.

Aber welche dieser technologischen Entwicklungen bringen den Patienten konkreten Nutzen, ohne zusätzliche Risiken? An dieser Frage setzen die Universitätsklinika an, wenn sie innovative Versorgungsstrukturen und Prozesse entwickeln und unter Alltagsbedingungen etablieren. Im Rahmen ihres wissenschaftlichen Auftrags zur Gesundheitsforschung entwickeln sie beispielhafte Konzepte oftmals in Form von Forschungs- und Förderprojekten. Denn bei einrichtungsübergreifenden Kooperationen stößt das deutsche Gesundheitssystem mit seiner Trennung in die Sektoren der ambulanten, stationären und rehabilitativen Versorgung bis heute an organisatorische Grenzen.

Ein Vorteil solcher innovativer Versorgungskonzepte kann zum Beispiel eine höhere Lebensqualität für die betroffenen Patienten sein – weil sie in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können statt im Krankenhaus betreut werden zu müssen. Bessere medizinische Ergebnisse mit höheren Heilungsraten sprechen für sich. Wenn ein gleiches Ergebnis mit geringerem Gesamtaufwand erzielt werden kann, ergibt sich daraus zumindest ein ökonomischer Nutzen. Ehe die gesetzliche Krankenversicherung und andere Kostenträger die Finanzierung neuer Versorgungsstrukturen übernehmen, muss dieser Nutzen eindeutig benannt und beziffert werden. Hier setzen die Universitätsklinika mit ihrer breiten Expertise im Bereich der Gesundheitswissenschaften an.

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