Hochschulambulanz

Hochschulambulanzen:
Nah am Patienten

Hochschulambulanzen sind Tore zur Universitätsmedizin

Ambulante medizinische Versorgung der Spitzenklasse

Rund 4,5 Millionen Patienten suchten allein im vergangenen Jahr eine Hochschulambulanz an einem der 33 Universitätsklinika in Deutschland auf. Die Zahlen steigen ständig: Oftmals sind diese Einrichtungen die letzte Hoffnung für Patienten. Konfrontiert mit außergewöhnlichen Krankengeschichten helfen sie, wenn andere Ärzte nicht mehr weiter wissen. In die Hochschulambulanzen kommen Patienten, weil die Ursache ihrer Erkrankung bislang nicht geklärt werden konnte, weil sie zur Mitbehandlung und weiterführenden Therapie überwiesen wurden oder eine Zweitmeinung ausgewiesener Experten einholen möchten. 

Oftmals sind ihre Erkrankungen so komplex oder so selten, dass nur hochspezialisierte universitäre Einrichtungen eine zielgerichtete Behandlung in die Wege leiten können. Dazu kommt: Je nach Region haben sich Hochschulambulanzen zu einer Anlaufstelle für all jene Patienten etabliert, die für ihren besonderen Behandlungsbedarf keinen niedergelassenen Facharzt finden konnten.

Hier sind vor allem die Spezialsprechstunden zu nennen, die ausgewiesene Experten für bestimmte Krankheiten oder Patienten mit besonders komplizierten Verläufen anbieten. „Hochschulambulanzen“ als eigenständige Strukturen gibt es in Deutschland seit 1989: Laut Gesetzgeber dürfen Universitätsklinika solche Ambulanzen in einem „für Forschung und Lehre erforderlichen Umfang“ betreiben. Damit soll einer Entwicklung Rechnung getragen werden, die den sperrigen Namen „Ambulantisierung der Medizin“ trägt: Patienten müssen für aufwendige Behandlungen heute oft nicht mehr stationär, also rund um die Uhr im Krankenhaus bleiben. Die Universitätsklinika sind aber weiterhin auf den direkten Kontakt mit Patienten aller Arten von Erkrankungen angewiesen. Denn nur so können sie ihren Aufgaben gerecht werden: Sie bilden künftige Generationen engagierter, fachkundiger Ärztinnen und Ärzte heran, und sie wollen das gesamte Spektrum der Krankheiten immer besser verstehen und heilen.

Seltene Erkrankungen: Forschung und Versorgung Hand in Hand

Für Menschen mit seltenen Erkrankungen sind spezialisierte Hochschulambulanzen  unverzichtbar. Hier müssen Patienten nicht stationär aufgenommen werden, um Zugang zu interdisziplinären Zentren zu haben, um beispielsweise ihre Befunde durch Experten von Tumorkonferenzen begutachten zu lassen. Menschen mit seltenen Erkrankungen haben oftmals eine lange Odyssee hinter sich, ehe sie endlich Klarheit haben, worin ihr Leiden eigentlich besteht. Trotz der Seltenheit einzelner Krankheiten – an manchen leiden nur wenige Dutzend Menschen in Deutschland – ist die Gesamtzahl der Betroffenen groß. Denn immerhin rund 8.000 solcher seltenen Erkrankungen sind mittlerweile in der medizinischen Fachliteratur beschrieben.

Erfahren Sie mehr zu „Seltenen Erkrankungen

Darüber hinaus erfüllen einzelne Universitätsklinika mit ihren Hochschulambulanzen längst einen grundlegenden medizinischen Versorgungsauftrag, weil alternative Versorgungsangebote auf gleichem Niveau fehlen: In einigen stark ländlich geprägten Regionen Deutschlands ist die Zahl der niedergelassenen Fachärzte bereits so gering, dass sie eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung nicht mehr gewährleisten können. So engagiert sich beispielsweise das Universitätsklinikum Greifswald für die Einführung neuer ambulanter Versorgungsmodelle, die mit Blick auf eine alternde Bevölkerung langfristig tragfähig sind. Jedoch gibt es regionale Engpässe längst in vielen anderen Fachrichtungen, etwa bei Kinderärzten oder in der Augenheilkunde.

Definition

„Hochschulambulanz“ ist eine Sammelbezeichnung für medizinische Strukturen und Leistungsangebote ganz unterschiedlicher Art: Das Spektrum reicht von der Spezialsprechstunde, die sich konkreten Fragen zu einer bestimmten Erkrankung, deren Diagnostik oder speziellen Therapieoptionen widmet, über Studienambulanzen mit dem Fokus auf klinischer Forschung bis hin zum multidisziplinären Zentrum, das Patienten mit schwersten oder besonders komplexen Leiden umfassend auch ambulant betreut.

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